Germania auf der WM in Amsterdam so erfolgreich wie lange nicht

Mit zwei Goldmedaillen im leichten Achter, einer Bronzemedaille im leichten Frauen Doppelvierer, einem vierten Platz im leichten Einer durch Leo Pless und einem achten Platz im olympischen leichten Vierer der Männer endeten die Ruder-Weltmeisterschaften 2014 für die FRG so erfolgreich wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

Seit 1998 musste die FRGG warten, um wieder einen WM-Titel in den eigene Reihen zu haben; Jonas Kilthau und Sven Kessler schafften dieses Kunststück mit ihrem leichten Deutschland- Achter am Freitag auf der extrem windigen, teilweise sehr unfairen und immer wieder von Unterbrechungen gekennzeichneten Bosbaan im Herzen von Amsterdam.
Auf der 2000m langen Regattastrecke ruderten sich die beiden Frankfurter Kilthau und Kessler mit ihrem Achter auf den dritten 500m an den favorisierten Italienern heran und konnten diese 400m vor dem Ziel einfangen und mit einem fulminanten Endspurt bezwingen. Riesenjubel natürlich nach dem Rennen, denn es sollte nur eine von zwei Goldmedaillen für den DRV bleiben.

Katrin Thoma wurde durch ihren Vorlaufsieg sicherlich mit ihrem Quartett als eine Medaillenkandidaten gehandelt. Das Boot aus Holland legte am Start mächtig los, als ginge es darum, ein Sprintrennen zu gewinnen. Diesem Tempo folgten zunächst nur das deutsche, chinesische und australische Boot. Über die Strecke entwickelte sich hinter den Niederländerinnen ein packender Bord an Bord Kampf wobei die Australierinnen am Ende sich die Silbermedaille und die deutschen um die FRGG Sportlein K. Thoma die umjubelte Bronzemedaille errudern konnten. Auch hier war nach den Anspannungen der letzten Tage der Jubel natürlich sehr hoch, wurde die alte Weltbestzeit aus dem JAhre 2006 auch vom deutschen Vierer um unsere Katrin unterboten. Für Holland sollte es die einzige Medaille überhaupt bleiben.
Die größte Leistung aller FRGG Sportler absolvieret aber mit Sicherheit Leonie Pless. Ihre Regattawoche war nach dem Vorlaufsieg sehr gut angefangen und nachdem sie im Halbfinale bis 1800m führte und dann diese Führung aus der Hand gab, war das Finale erreicht. Der erste große Schritt. Doch wie immer kam es dann leider anders: Die FISA setzte die Bahnen aufgrund des extrem schräg einfallenden Windes und Leonie bekam die Bahn 5. Auf dieser Bahn wurde am Freitag Nachmittag immer der 5 oder 6 Platz erreicht, es gab kein anderes Resultat und dass auch immer mit sehr großen Abstand. Die einzige Chance war, alles auf den ersten 1000m herauszuholen um dann irgendwie auf den völlig benachteiligten zweiten 1000m den Vorsprung ins Ziel zu retten.
Sensationell ging Leo heraus; Sie führte bei 500m, bei 1000m mit teilweise zwei Längen, lag zeitlich unter der Weltbestzeit aus dem Jahre 1994 ! Doch dann kam es, wie es kommen musste . Die Boote der Bahnen 1, 2 und 3 zogen zwar nur hauchdünn, aber eben doch auf den letzten 500m vorbei. Im Ziel siegte Belgien vor Griechenland und nur 0,8 Sekunden vor Leonie die vierte wurde, war die US Amerikanierin, welche sie im Vorlauf um 5 Sekunden geschlagen hatte.
Hier muss man ganz klar die Leistung und das Resultat von einander trennen.
Genauso wie beim letzten FRGG Sportler Jonathan Koch, der im olympischen Vierer im Halbfinale um die engster aller Entscheidungen nicht in das Finale kam. SIe waren in ihrem Halbfinale bis 1990 Meter drittes Boot und auf der Ziellinie wurden sie um die Winzigkeit von 0,07 Sekunden von Holland geschlagen. Das war natürlich enttäuschend, denn bis dahin war es eine tolle WM für diesen Vierer, der im letzten Jahr nur das C Finale erreichte, allerdings ohne Koch.
Im B- Finale am Sonntag wurde es in der Endabrechnung der 8. Platz, denn dieses Finale wurde von China klar dominiert, somit ein solides Ergebnis, auf welches sicherlich aufzubauen ist.

Der DRV konnte in den olympischen Bootsklassen nur je eine Medaille in Gold, Silber und Bronze erzielen, was zu einem der schlechtesten der letzten Jahre zu werten ist. Die FRGG ist einmal mehr als einer der erfolgreichsten deutschen Vereine aus dieser Regatta herausgegangen und muss nun die Weichen für Olympia 2016, das erklärte Ziel, richtig stellen.

Ralf Hollmann