Frankfurter Erklärung der Interessensgemeinschaft Leistungssport treibender Vereine

Heute trafen sich Vertreter von Leistungssport treibenden Vereine,  um ihre Interessen in einer Interessensgemeinschaft zu poolen und zu formulieren. Neben den anwesenden Vereinen erhielten wir grossen Zuspruch von weiteren Vereinen, deren Vertreter aber aus verschiedenen Gründen termlich verhindert waren. Der Kreis der Vereine dieser Interessengemeinschaft ist nicht festgelegt. Wir bleiben offen für weitere Vereine.

Wir werden weitere Vereine die Moeglichkeit geben diese Frankfurter Erklaerung mit zu unterzeichnen. Das Einverstaendniss kann an folgende e-mail Adressen versand werden:

Stephan.bub@frg-germania.de

Martin@steffes-mies.de

Heiko-Koepke@online.de

Wir werden die Anzehl der zustimmenden Vereine Ende Maerz veroeffentlichen.

Die heute anwesenden Vertreter haben die folgende Frankfurter Erklärung erarbeitet und sich darauf verständigt.

 

Interessengemeinschaft Leistungssport treibender Rudervereine  Deutschlands (IGL), 4. März 2017, Frankfurt

 

  1. Grundsätzliches (Präambel):

 

  1. Die Teilnehmer formieren sich zu einer Allianz der Leistungssport treibenden Rudervereine Deutschlands. Die Interessengemeinschaft wird für die Formulierung und Durchsetzung der nationalen Interessen der Vereine, die Heimat und Sprachrohr ihrer mündigen Athleten sind („Verband der Vereine“), eintreten.
  2. Die Vereine stellen mit ihrer Arbeit und ihrer Finanzierungskraft die Basis des Erfolges und die Legitimität von Sportförderung dar (welche die Grundlage ist für subsidiäre Förderung durch Bund und Länder); die Leistungen von Sportverbänden rechtfertigen keineswegs einen ausschließlichen Steuerungsanspruch gegenüber Athleten, Eltern, Heimtrainern, Vereinen

  

  1. Konkrete Forderungen:
  1. Betreffend das Verhältnis DRV – Vereine und die Rolle der Vereine im DRV bezüglich des Leistungssportbereichs:
  • der DRV muss seine Organisationsstruktur i.S. einer Corporate Governance weiterentwickeln
  • die IGL fordert i.S. einer Corporate Governance qualifizierte Mitsprache-, Mitgestaltungs- und Kontrollrechte in einem noch zu definierenden Gremium des DRV
  • der Ausschuss Leistungssport wird auf Basis des geltenden Grundgesetzes mit neuer Geschäftsordnung und Befugnissen aufgesetzt. In diesem Ausschuss wird die IGL qualifiziert vertreten sein: jeder Verein im DRV, der in den jeweils letzten acht Jahren mit Athleten in der A-Nationalmannschaft vertreten war, hat automatisch einen Sitz im Ausschuss Leistungssport

2. betreffend die aktuelle Leistungssportreform:

  • es ist eine grundlegende Forderung der IGL, dass die Einzelheiten der Leistungssportreform mit den Leistungssport treibenden Vereinen diskutiert werden und ein Konsens erreicht wird. Bis zu diesem Zeitpunkt fordern wir ein Moratorium bezüglich der Umsetzung der aktuellen Reformaktivitäten
  • der überwiegende Teil der Gesamtkosten des Hochleistungsruderns wird von den Vereinen bestritten; daraus abgeleitet fordern wir einen ganzheitlichen Ansatz, der die Vereine und durch sie repräsentiert ihre regionalen Unterstützer einbezieht und den Sport als deren Gemeinschaftsaufgabe begreift; ein effizientes Sportfördersystem braucht Transparenz bezüglich der Gesamtkosten leistungssportlicher Karrieren, der Kostenträger und der Einnahmequellen (auch, um Solidarität zugunsten des Spitzensports zu organisieren)
  • unser Standpunkt, über den wir gerne diskutieren wollen, ist u.a. folgender:
    • wir halten Zentralisierung und Konzentration mit Ausnahme des Männer- und des Frauenachters nicht für zweckmäßig; stattdessen bevorzugen wir offenen Wettbewerb und Chancengleichheit der Ruderzentren (kein Zwang, keine Sanktionen) – der Athlet wählt das für ihn attraktivste Angebot (Zentrumsausprägung i.S.v. Ausbildungs-/Studienmöglichkeiten, Infrastruktur, Trainingskonzepten, regionale Struktur)
    • Die Bundestrainerstruktur muss verbessert werden: weniger zentrale, mehr regionale Aufgaben; darüber hinaus Aufwertung der Rolle von Trainern
    • die Nominierungsweise für Trainer und Athleten muss angepasst werden:
      • nicht ausschließlich Bundestrainer (Stärkung des Wettbewerbs)
      • Trainer mit dem schnellsten Kleinboot und/oder den meisten Athleten
      • für Aktive gerechte, transparente, wettbewerbsfördernde, leistungsgerechte Nominierungskriterien (wann?, wo?)
      • für Aktive, die nicht im 1. Boot sitzen, ein Auffangmodell/alternative Startmöglichkeiten
      • Berücksichtigung von Aktiven, die zeitweise im Ausland sind

Teilnehmer:

Berliner Ruderclub

Frankfurter Rudergesellschaft Germania

Mainzer Ruder-Verein

Hannoverscher Ruder-Club

Ruderverein Münster

Ulmer RC Donau

RTHC Leverkusen

Koblenzer Ruderclub Rhenania

Treviris Trier

DRC Hannover

Limburger CfW