Doppelter Deutscher Meister im Interview

 

 

 

Julian Schneider (links )

Julian Schneider startet seit diesem Jahr für die FRG Germania und gewann dieses Jahr auf den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften sowohl den leichten Männerdoppelzweier und den leichten Männerdoppelvierer. Damit gewann er nicht nur zwei Titel, sondern qualifizierte sich auch direkt für die U23 Nationalmannschaft. Nach diesem Doppelerfolg haben wir mit ihm gesprochen.

Julian, wie geht es dir aktuell und wie schätzt du deine Form ein?
Aktuell geht es mir sehr gut, danke.
Nach dem Sieg im Doppelzweier und der damit verbundenen Qualifikation für die U23 Weltmeisterschaft, ist jetzt die Phase in der erst mal wieder etwas Ruhe einkehrt. Trotzdem gilt es konsequent und effektiv in Richtung U23 WM voran zu kommen und die Trainingsumfänge noch einmal zu steigern. Wir hatten sehr starke Gegner in Köln [DJM] aber konnten die Rennen gut nutzen um unsere Geschwindigkeit
immer weiter zu optimieren. Ich glaube, dass wir gut drauf sind und vor allem Spaß daran haben zusammen zu rudern
und gemeinsam zu arbeiten.
Du studierst und wohnst in Mainz. Dennoch trainierst du seit diesem Jahr in Frankfurt bzw. startest
für die Germania. Bist du gut angekommen und was hat sich zu letztem Jahr verändert?
Ende des letzten Jahres habe ich meinen sportlichen Mittelpunkt fast komplett nach Frankfurt verlegt. Ich wurde dort wirklich sehr herzlich von der gesamten Trainingsgruppe aufgenommen. Hier schätze ich den Teamgeist und Zusammenhalt, der  in der Trainingsgruppe herrscht. Ich bin sehr dankbar seit diesem Jahr Teil des TopTeams sein zu dürfen.
Seit letztem Jahr hat sich allerdings nicht nur der Trainingsort und die Mannschaft verändert. Die
individuelle Trainingssteuerung durch unseren Trainer Ralf Hollmann und das umfangreiche Angebot der Krafttrainer und Berater des Olympiastützpunktes Hessen haben mir dabei geholfen mein Training dieses Jahr deutlich effektiver und professioneller zu gestalten.
Wie sah dein Trainingsalltag aus und an welchen Standorten hast du trainiert?
Wegen der doch relativ weiten Anfahrt habe ich das Landtraining ( Ergometerrudern oder Krafttraining ) hauptsächlich in Mainz durchgeführt. So oft es mir neben der Universität möglich war, bin ich nach Frankfurt gefahren um dort mit dem Team trainieren zu können. In der Regel bedeutet
das morgens die Bahn um 6:32 Uhr am Mainz Hbf zu nehmen, um gegen 8 Uhr in Offenbach auf dem Wasser zu sein. Anschließend geht es wieder zurück nach Mainz. Dort bin ich bis zum  Nachmittag in die Universität und anschließend noch mal in den Kraftraum oder auf dem
Ergometer.
Wie schätzt du die Saison insgesamt bis jetzt ein und was war dein Ziel zu Beginn der Saison?
Ich denke es ist zu früh um auf den Verlauf der Saison zurück zu blicken und diesen zu bewerten.
Trotzdem kann ich sagen, dass mir meine erste Saison in der Germania bis jetzt sehr viel Spaß gemacht hat und ich mich auf die kommenden Wochen freue.
Bist du glücklich am Ende im leichten Doppelzweier gelandet zu sein?
Ja, auf jeden Fall! Das erste Mal saß ich 2014 zur Deutschen Jahrgangsmeisterschaft U19 zusammen mit Jonathan im leichten Doppelzweier. Seitdem haben wir des Öfteren gemeinsam trainiert oder sind zusammen bzw. gegeneinander Rennen gefahren.
Er ist neben einem guten Trainingspartner auch ein ebenso guter Freund. Zu dem ist es eine große Ehre, sowie auch Chance Deutschland in der olympischen Bootsklasse auf einer U23 WM vertreten zu dürfen.
Du hast auf dem Frühtest und den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften eine überragende Leistung
gezeigt. Was muss in Richtung U23 WM noch verbessert werden oder versucht ihr euer Niveau nur
noch zu halten?
Zunächst ist es erst einmal wichtig, dass Jonathan und ich unsere Individualleistungen auf einen gemeinsamen Nenner bringen.
Die Qualifikation für die Mannschaftsboote findet zu Beginn jeder Saison über die Leistung in den Kleinbooten statt. Das bedeutet, dass jeder bis zur ersten Rangliste im April darauf fokussiert ist im Einer schnell zu sein. In den kommenden Wochen
werden wir weiter daran arbeiten technisch sowohl als auch physisch noch einen Schritt nach vorne
zu machen um im Doppelzweier  schnell zu werden.
Wie gehen die nächsten Wochen vor dem WM jetzt für dich weiter?
Seit letztem Mittwoch bin ich zur unmittelbaren Wettkampfvorbereitung in der Ruderakademie Ratzeburg. Dort trainieren wir gemeinsam für die nächsten Wochen bis wir am 21. Juli nach Poznań zur U23 Weltmeisterschaft aufbrechen.
Du warst bereits mehrmals auf U23 WM, auch in einer in einer oylmpischen Bootsklasse. Was wird
sich für dich ändern im Vergleich zum den letzten Malen?
Bereits im vergangen Jahr durfte ich zusammen mit Jonathan Schreiber auf
der U23 Weltmeisterschaft im Doppelzweier starten. Verändert hat sich trotzdem einiges.
Jonathan und ich konnten unsere Leistung im Vergleich zu letztem Jahr noch einmal steigern und persönlich
voran kommen. Jetzt gilt es dies im Doppelzweier umzusetzen.
Was sind deine langfristigen Ziele?
Meine langfristigen Ziele sind auf jeden Fall mein Studium der Wirtschaftswissenschaften weiter so aktiv durchziehen und
anschließend erfolgreich abschließen zu können. Wie sich die sportliche Karriere entwickelt wird sich zeigen. Gerade auch im Hinblick auf die Zukunft des Leichtgewichtsruderns bei den Olympischen Spielen und wie der Deutsche Ruderverband mit dieser Entwicklung umgeht.
Nach dieser Saison wird es erst einmal darum gehen den Anschluss an die Senior A Mannschaft erfolgreich umzusetzen, da dies mein letztes Jahr in der U23-Klasse ist.
Ich versuche immer weiterhin den Spaß an der Sache zu haben und mich auch außerhalb des Ruderns zu entwickeln.
Vielen Dank für das Interview.
Gerne!