Wasserrettungübung

Der „Montagsachter”, der jede Woche mit ehemaligen Meisterruderern der Germania auf dem Wasser ist, hat Anfang Juli mit der Frankfurter Feuerwehr eine Wasserrettungsübung durchgeführt. Bei einem durchschnittlichen Lebensalter der Mannschaft von über 75 Jahren hielten wir das für eine gebotene Sicherheits-maßnahme. Die Rettungskräfte der Feuerwehr waren ebenfalls sehr an der Übung interessiert und waren mit 5 Personen dabei.

 

Die Feuerwehr empfiehlt in einem Notfall immer 112 anzurufen, das Problem zu schildern und den aktuellen Standort zu nennen. Bei einem Standort auf dem Wasser werden von der Notrufzentrale beide Notdienste alarmiert: zu Land und auf dem Wasser.

 

Natürlich wird die Mannschaft in einem Notfall immer zuerst versuchen die nächstgelegene Anlegemöglichkeit zu finden. Wir wollten nun aber den Fall üben, in dem ein Ruderer auf dem Wasser aus dem Rennachter geborgen werden soll. Der erste Gedanke der Rettungskräfte uns abzuschleppen wurde verworfen, weil das nicht der Sinn der Übung war und weil die Schleppleine an einem Rennachter nicht sicher und ohne Beschädigung befestigt werden kann. Es sollte die Annahme gelten, dass keine Anlegemöglichkeit in erreichbarer Nähe ist, das Boot aber mit vier bis sechs Ruderern manövrierfähig ist. In dem Fall ist eine Wasserrettung z.B. durch ein Rettungsboot der Feuerwehr angesagt.

 

Die Frankfurter Feuerwehr verfügt neben dem großen Feuerlöschboot mit dem Liegeplatz oberhalb der Niederräder Eisenbahnbrücke für diesen Zweck auch über ein kleineres Rettungsboot (ca. 7m), dessen Bug aufgeklappt werden kann, so dass eine Plattform entsteht, die bis auf die Wasserlinie abgesenkt werden kann.

 

Bei einer kurzen Strategiebesprechung auf dem Wasser erläuterten die Rettungskräfte ihr Vorgehen: wir sollten unser Boot quer zur Fließrichtung legen, und das Rettungsboot würde langsam stromauf auf uns zu fahren. Das Ziel war, mit der abgesenkten, vorne gepolsterten Plattform zwischen zwei Auslegern bis an die Bordwand heran zu fahren.

 

Das hat auch schon beim ersten Versuch gut geklappt. Es war ausreichend nur einen Riemen aus der Dolle zu nehmen. Zwei Ruderer hielten mit je einer Leine die Verbindung zu dem Rettungsboot, während die Rettungskräfte eine Trage vom Rollsitz des „Patienten“ zu dem Rettungsboot legten. Der Patient brauchte nur auf die Trage zu rutschen und wurde dann liegend von den Rettungskräften auf das Rettungsboot gehoben.

 

Die ganze Aktion hat nur wenige Minuten gedauert und verlief viel einfacher als erwartet. Sowohl die Rettungskräfte als auch wir waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Erfahrung der Übung gab allen Beteiligten das beruhigende Gefühl auf einen Notfall besser vorbereitet zu sein.

Übrigens, auch die Rettungskräfte haben etwas gelernt, nämlich dass wir mit Riemen rudern und nicht mit „Stangen“ und dass ein Rennachter kein „Kahn“ ist wie sie anfangs unser Boot bezeichneten.

 

Detlef Damboldt

14.7.2018