Ich bin bereit!! von Nico Merget

Liebe Mitglieder, Unterstützer und Freunde,
Ich lebe jetzt seit einem Jahr in Dortmund und habe das knallharte Winterprogramm
hinter mich gebracht und warte auf den Start der Saison 2019. Das Training mit meinen Kollegen hat mich auch in diesem Winter einen enormen Schritt nach vorne gebracht. Die ständige Herausforderung, das ständige Messen und der ständige Drang nach Mehr schafft eine Dynamik, die nur im Kollektiv möglich erscheint.
Die Winterzeit ist für Ruderer immer zäh und mit sehr viel Zeit auf dem Ergo verbunden. Man lernt sich aber auf sein Team zu verlassen sich gegenseitig anzutreiben; niemals aufgeben !! Ich habe viel gelernt, insbesondere mich körperlich und geistig frei zu machen und mich voll zu fokusieren. Was zeigt mir zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin ? Die nackten Zahlen auf dem Ergo und die Gewichtentwicklung beim Krafttraining.
Aktuell bin ich mit dem Team Deutschlandachter im Trainingslager in Gavirate (Italien). Wir sind hier im Sommerquartier der australischen Nationalmannschaft untergebracht und uns fehlt es an nichts. Es ist ein super Sportzentrum, das perfekt auf Sportler zugeschnitten ist. Das fällt natürlich im Vergleich zu anderen Hotels sofort auf. Der See, auf dem wir trainieren, bietet optimale Bedingungen für lange Einheiten aber auch Belastungen nebeneinander im Albano-System.
Es sind sehr viele Kleinigkeiten, die den Trainingsalltag einfacher gestalten aber für Perfektion entscheidend sind. Es sind vor allem banale Dinge wie die Betten oder Türrahmen, die groß genug für uns sind oder dass wir viele Möglichkeiten haben uns auch mal zurückziehen zu können. Auch in den Räumen für das Krafttraining, Dehnung und der Physiotherapie finden wir alles speziell auf Ruderer abgestimmt.

Mein Trainingsalltag hat sich zu dem in Dortmund nicht viel verändert. Der Tag beginnt hier
auch um 6:15 mit einem kurzen Wiegen und einer kleinen Blutabgabe aus dem Ohr. Das passiert
meist noch im Halbschlaf. Am Tag selber haben wir in der Regel drei Trainingseinheiten und noch
​Physiotherapie um die kleinen Probleme, die der Körper hat, zu beheben.
Nach dem Abendessen hat fast jeder Freizeit und kann seinen Abend individuell gestalten.
Es gibt hier einen Billardtisch auf dem ich schon die eine oder andere Partie gespielt habe. Auch ein
Buch ist immer gut im Trainingslager. Meist geht es relativ schnell ins Bett, da dieses Pensum viel

Kraft kostet und man abends nicht lange durchhält.Wir trainieren hier viel im Zweier ohne, da bald die ersten Ausscheidungen anstehen. Mein Partner Fe

lix Brummel und ich kommen gut voran und machen Fortschritte. Man

lernt jeden Tag Perfektion bzw. versucht es zumindest. Es sind die Kleinigkeiten, die wir hier im Zweier abstimmen und die uns den Feinschliff für die kommenden Regatten geben, der am Ende entscheidet, ob man eben ganz vorne dabei ist oder nicht.

Ich freue mich unheimlich, dass es bald losgeht.
Es ist lange her,  dass man ein volles 2000m Rennen gerudert ist und wenn man
ein gutes Gefühl im Boot hat,  will man auch wissen wieviel das wert ist. Ich freue mich sehr auf die
kommenden Rennen und Aufgaben.
Am 26. März beginnen für uns die ersten internen Tests in Köln im Zweier ohne bis zur Deutschen
Kleinbootmeisterschaft, die am 12. April stattfinden.
Ich bin bereit!!
Nico Merget