Zwischen den Zeilen – Regattabericht und Grüße von unserem Topskuller Stephan Krüger

Die Zeit des „Wintertrainings“ mit seinen schier gefühlt unendlich langen Einheiten mit Schlagzahl 20 ist für diese Saison nun endgültig vorbei. Jetzt beginnt so langsam wieder die Zeit des Rennenfahrens, des sich Vergleichens. Vor knapp anderthalb Wochen war ich wie Kathrin, Leonie und Nico in Duisburg um im deutschlandinternen Kreis die schnellsten Bootskombinationen herauszufinden. Ich bin in Duisburg mit meinem Hamburger Partner Tim-Ole Naske an den Start gegangen. Dabei standen im Vorhinein die Chancen nicht wirklich gut, dass ich überhaupt an den Start hätte gehen dürfen. Denn bis vier Tage vor der Internationalen Duisburger Regatta hatte ich wegen eines bösen Infekts mit einer leichten Lungenentzündung und Antibiotikaeinnahme für knapp eine Woche kein Boot mehr gesehen bzw. gerudert.

Ohne große Vorbereitung und ohne Vorbelastungen habe ich mich dann langsam wieder rangetastet und bin letztlich doch die Regatta gefahren.

Krank werden darf man in dem Sport nicht. Keiner wartet auf einen. Der nächste steht schon immer bereit um den Rollsitz zu übernehmen. Deshalb habe ich mich doch dazu entschieden zu starten um meinem Ziel Doppelzweier zu fahren nicht aus den Augen zu verlieren. Dabei waren die Gegner alles andere als Anfänger. Tim-Ole und ich sind am Samstag im Finale gegen die WeltCup-Gesamtsieger aus Deutschland und die Schweizer Vizeweltmeister gefahren. Das Rennen lief optimal und ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass ich so gut rudern konnte, wie ich es mir vorgenommen hatte. Alle Spurts, die ich aus der Bugposition angesagt hatte, saßen perfekt. So konnten wir uns immer weiter von den anderen Booten lösen und mussten uns letzten Endes nur noch von den Schweizern mit 0,3 Sekunden geschlagen geben. Das zweite Deutsche Boot, die erwähnten WeltCup-Gesamtsieger, konnten wir mit knapp 8 Sekunden hinter uns lassen.

Gesundheitsbedingt habe ich dann am Sonntag abgemeldet. Dennoch entschieden die zuständigen Bundestrainer, dass Tim-Ole und ich in dieser Kombination für die Europameisterschaft nächste Woche in Luzern gesetzt sind und fahren dürfen. Ich habe in dieser Bootsklasse meine größten Erfolge gefeiert und sitze in diesem Jahr dann mittlerweile im zehnten Jahr darin. Spaßt macht es mir immer noch jede Menge. Ich bin gespannt, wie das Boot erst laufen wird, wenn ich erst wieder so richtig gesund bin?! Es dürfte spannend bleiben.

Sportliche Grüße

Euer Stephan