Gerd Finselbach, unser ältestes Germaniamitglied, ist verstorben

Gerd Finselbach, unser lieber Ruderkamerad, ist am Dienstag, den 4. Juni 2019, nicht mehr aufgewacht und verstorben. Seit 79 Jahren Germane war er unser ältestes Mitglied. Auch konnte er am 10. November 2018 noch seinen 95. Geburtstag feiern . Mit ihm verlieren wir Älteren einen guten Freund, dem wir viel verdanken und mit dem uns viele schöne Erinnerungen mit der Germania verbinden.

1940 trat Gerd mit 16 Jahren in die Germania ein. 1941 begann er das Training zum Rennruderer. Schon im ersten Jahr errang er Siege im Vierer und im Achter. Ab 1943 meldete er sich freiwillig zur Panzerwaffe und war drei Jahre, bis 1945 an der Front. Zweimal in Russland überstand er mit viel Glück heil drei Verwundungen. Als Panzerkommandant erlebte er das Ende des Kriegs im Kurland.

1946 begann er sein Studium zum  Maschinenbauer an der TH Darmstadt, das er 1950 erfolgreich als Dipl.-Ing abschloss. Im gleichen Jahr startete er wieder als AH-Ruderer, wo Ihm mehrere Siege im Vierer und Achter gelangen.

Eine besondere Freundschaft verband ihn damals bis heute mit Günter Blum, dazu mit Franz Hürter, Günter Lange, Achim Schiewe und Schorsch Herrmann. Mit diesen, den Germanen der Jahrgänge 1934 bis 40 und einer größeren Zahl zugereister Gleichaltriger aus Hamburg und Bremen gründete er 1963 den Donnerstagkreis der Alten Herrn.

Die traditionellen Treffen nach dem Rudern beim Äppelwoi im “Klaanen Sachsenhäuser” sind noch allen Beteiligten in lebhafter Erinnerung. Gerd Finselbach war dabei der allseits geschätzte Mittelpunkt, Obmann und vertraute Freund.

Neben dem Rudern war Gerd auch noch in anderen Sportarten sehr aktiv. Im Sommer spielte er mit den Ruderern Tennis und im Winter ging es zum Skifahren in die Alpen oder übers Wochenende in den Schwarzwald.

Jährliche Wanderfahrten, die meist von Schorsch Herrmann organisiert wurden, waren für Gerd und seine AH-Mannen obligatorisch.

Ob den Main, die Weser, die Seen Schleswig-Holsteins oder die Gewässer rund um Berlin, die Donau bis Wien und vieles mehr hat er befahren. Selbstverständlich war für ihn und seine Alten Herrn auch die jährliche Teilnahme am Roseninsel-Achter auf dem Starnberger See, mit anschließendem Besuch des Oktoberfests in München.

Gerd Finselbach hat über eine lange Zeit als AH-Obmann für die Germania wertvolles geschaffen. Der Aufbau des AH-Donnerstags-Kreises und seine Freizeitaktivitäten haben den Zusammenhalt unter den Alten Herrn der Germania sehr gefördert. Er hat damit die Basis für die AH- Ruder-Aktivitäten bis in die heutige Zeit gelegt.  Dem Vorstand war er, zudem auch als Mitglied des Ältestenrats,  ein wertvoller Ratgeber.

Seit 2007 lebte er allein im Kurstift in Bad Homburg v.d.H. Seine Frau Charlotte hatte er schon viel zu früh verloren. Kinder hatten sie keine.

Leider hat seine Sehkraft so nachgelassen, dass er im Boot nur noch gelegentlich am Steuern mitfahren konnte. Später war es auch damit, wie auch mit dem Autofahren, vorbei. Peter Schultz hat seitdem mit ihm und der Germania den Verbund aufrecht erhalten und ihm vielfältig geholfen, den Alltag zu erleichtern.

Die Ehrenmitgliedschaft in seiner Germania hätte er wohl verdient, doch wurde diese versäumt. Jetzt ist er von uns gegangen. Wir werden ihm dankbar stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Dietrich Brügel

Jochen Blum, Gerd Finselbach      Peter Schultz, Gerd Finselbach, Jochen Blum