Rückblick und Ausblick – Stephan Krüger

Liebe Germanen,

am Wochenende fanden in Luzern auf dem Rotsee, der in Rudererkreisen auch der „Göttersee“ genannt wird, die Europameisterschaften statt.

Nachdem mein Partner Tim-Ole und ich uns im Doppelzweier auf der Internationalen Wedau-Regatta in Duisburg durchgesetzt hatten, bekamen wir das Vertrauen ausgesprochen dieses Boot zur EM zu fahren.

Drei Wochen vorher ging ich in Duisburg mit einer halb überstandenen Bronchitis an den Start. In Sorge bei einem ausbleibenden Start mich von meinem Ziel Doppelzweier zu fahren, verabschieden zu müssen. In meinem letzten Beitrag, habe ich mich gefragt wie ich das nach der Krankheit überhaupt schaffen konnte und wie wohl die EM für uns ausgehen würde?

Die der Duisburger Regatta nachfolgende Woche war alles andere als einfach. Der Wettkampf hatte mich ganz schön geschwächt. Mein Körper war wie taub, von der Verbindung eines Ruderers zu seinem Boot, konnte bei mir keine Rede sein. Ich hatte eher das Gefühl, dass diese Verbindung nicht zu Stande kommen wollte. Kurzum die Vorbereitung auf die EM war nicht optimal. Das Gefühl, dass ich jeden Zentimeter meines Schlages wusste, was zu tun war, hatte ich letztlich erst 10 Tage vor Beginn der EM.

Der Vorlauf begann für Tim-Ole und mich sehr gut. In unserem Lauf fuhren wir gleich gegen die Weltmeister des letzten Jahres aus Frankreich. Vom ersten Schlag waren wir vorne und konnten dem Rennen unseren Stempel aufdrücken und gewinnen. Die Franzosen mussten anschließend sogar in den Hoffnungslauf, da nur die ersten beiden Boote weiterkamen.

Im Halbfinale waren nahezu alle Boote des Feldes bis 1500m auf einer Höhe. Dann entzerrte sich jedoch das Feld etwas. Im Endspurt gelang es uns noch nicht ganz mit den anderen Booten mitzufahren. Rumänien überspurtete uns mit einem wahnsinnigen Endspurt. Die ersten drei unseres Halb-Finals waren in derselben Reihenfolge die ersten drei des Doppelzweier-Finales. Am Sonntag konnten wir letztlich den Sieg im B-Finale einfahren, was die Sache einigermaßen versöhnlich enden ließ. Natürlich bin ich nach Luzern gefahren um auf die Jagd nach Medaillen zu gehen. Jedoch habe ich gemerkt, dass zum einen meine Kapazitäten und Kräfte begrenzt sind und das Ergebnis nach der Vorgeschichte klar ausbaufähig ist. Zum anderen ist das Doppelzweierfeld wieder einmal absolut hochkarätig und leitungsmäßig sehr dicht, sodass bereits die Tagesform darüber entscheidet wer gewinnt.

Jetzt beginnt die nächste Trainingsphase. Diese beginnt dieses Mal deutlich verheißungsvoller als in der letzten Vorbereitungsphase.

 

Euer

Stephan

Die ersten Schläge

Tim-Ole und Stephan in Aktion

Been there, done that!
– Stephan am Start