Ein Traum wird wahr! -von Nico Merget

Liebe Germanen, liebe Freunde, liebe Förderer
Es gibt Dinge die vergisst ein Ruderer nicht. Im Jahr 2016 bin ich im Männerzweier mit meinem damaligen
Partner Lukas Duhnkrack zum ersten Mal auf dem Rotsee in Luzern gestartet. Ab dem Zeitpunkt
wusste ich, warum Ruderer diesen See als „Göttersee“ bezeichnen. Der See ist perfekt zum Rudern
und es finden pro Jahr nur zwei Regatten statt. Das macht es ganz besonders dort eine Medaille zu
gewinnen.
So wurde 2016 der Traum geboren, einmal an dem Siegersteg anlegen zu dürfen.
Es hat drei weitere Jahre gedauert bis dieser Traum war wurde. Meine Crew konnte sich super auf die
EM vorbereiten und wir sind mit einem guten Gefühl nach Luzern gereist. Es war das erste
Kräftemessen dieser Saison mit der internationalen Konkurrenz. Wir wussten nicht wo wir uns
international einordnen und so sind wir ziemlich angespannt in den Vorlauf gegangen. Dieses erste
Rennen ist  immer wieder ein Fingerzeig wohin die Reise für dieses Boot in der aktuellen Saison gehen
kann.
Im ersten Rennen zeigte sich direkt die Stärke dieses Vierers. Leicht und fast spielerisch haben wir
unseren Streckenschlag gefunden und konnten so den Vorlauf gewinnen. Eine große Last fiel nach
dem ersten Rennen ab. Schließlich war unter den Gegnern der Gewinner des ersten Worldcups
(Polen).
Im Halbfinale konnten wir weiter unsere Stärke ausspielen und den Endspurt gegen den
Vizeweltmeister Italien optimieren. Als einer der beiden Halbfinalsieger ist die Chance groß mit einem
perfekten Wettkampf und dem EM Titel in der Tasche nach Hause zu fahren. Leider ist es nicht ganz
so gekommen.
Am Finaltag heißt es noch mal das besondere Flair von Luzern aufzunehmen und die letzten Kräfte in
dieses eine Rennen zu legen. Das Finale bei der EM war gut aber noch lange nicht perfekt. Für die
weitere Saison ist es vielleicht gut, dass wir nicht weiter nach vorne gefahren sind. Der gefürchtete
Höhenflug bleibt somit aus und jeder weiß, dass noch eine Menge Arbeit auf uns wartet.
Dennoch ist ein Traum war geworden und mein Vierer und ich konnten eine Medaille auf dem
Göttersee gewinnen.
Das Rudererleben kennt nur kurze Pausen. Die Vorbereitungen für den Worldcup 2 in
Posnan sind in vollem Gange. Mein Team und ich sind hoch motiviert und wollen den Schwung aus
der Europameisterschaft in die weitere Saison mitnehmen. So bereiten wir uns mit dem Auswerten
der Europameisterschaft, Messbootfahrten, Videoanalysen und den regelmäßigen Ttreffen mit unserer
Sportpsychologin auf den Worldcup 2 vor.
Wir werden dort auf zwanzig Gegner treffen,  zum ersten Mal auch auf die Nationen aus Übersee.
Es bleibt ein spannendes Jahr mit hoffentlich noch einigen Medaillen.
Mit sportlichen grüßen
Euer Nico
PS: Ich empfehle jedem einmal den besonderen Flair von Luzern live zu erleben und hoffe im nächsten Jahr dort viele
Freunde des Rudersports zu sehen.