Mein Weg zur Junioren-WM in Tokio

Meinen Anspruch auf ein Ticket zur Junioren Weltmeisterschaft erruderte ich mir mit meinem Marburger Zweierpartner Bruno bereits am ersten Juni Wochenende bei der zweiten Junioren Rangliste in Hamburg. Nach einem vierten Platz beim Frühtest in Köln war unser Ziel uns für das A-Finale zu qualifizieren und im Endlauf die Platzierung aus Köln möglichst zu verbessern. Kurzum, wir kamen als zweites Boot hinter München über die Ziellinie. Die Nominierung zur WM war somit sicher.

Viel Zeit für Jubel und Beine hochlegen blieb allerdings nicht. Es hatte sich über den Verlauf der Saison abgezeichnet, dass Bruno und ich gemeinsam mit einem Zweier aus Limburg/Gießen den Vierer ohne ganz gut bewegen konnten. Nach unserem Europameistertitel Mitte Mai war unser Ziel klar. Wir wollen auf den Deutschen Jugendmeisterschaften in Brandenburg Ende Juni den Vierer ohne gegen die nationale Konkurrenz gewinnen und somit in dieser Bootsklasse für die WM Anfang August nominiert werden.

Die letzten Wochen bis zur Deutschen Meisterschaft liefen durch krankheitsbedingte Ausfälle im Boot leider sehr holprig. Im entscheidenden Moment fanden wir jedoch zur alten Stärke und noch etwas darüber hinaus zurück und gewannen in einem spannenden Finale mit 2 Sekunden Vorsprung vor der Konkurrenz aus dem Team Nord Ost.

Nach ein paar ruhigeren Tagen in Frankfurt trat ich am 06.07 gemeinsam mit Bruno, Hanno (Gießen) und Mark (Limburg) die Reise nach Berlin an. Die nächsten Wochen stand die unmittelbare Wettkampfvorbereitung (UWV) in Berlin Grünau an, bevor der Flieger am 02.08 nach Japan abhebt. Die ersten Tage waren geprägt von zahlreichen physiologischen Leistungsüberprüfungen (Stufentest, Ergotest etc.). Anschließend begann sofort der harte Trainingsalltag.

Der typische Trainingstag beginnt (immer) mit einem Imbiss um 6 Uhr. Danach rudern wir 18 – 22 km. Gegen 08:30 geht’s dann nach einer kurzen Dusche zum Frühstück. Am späteren Vormittag (vor dem Mittagessen) steht dann, je nach Tag, Krafttraining oder Gymnastik auf dem Trainingsplan. Im Anschluss geht’s dann endlich wieder zurück ins Bett, zum Mittagsschlaf, bevor der Wecker zur dritten Einheit klingelt. Es geht ein weiteres Mal aufs Wasser. An ca. jedem dritten Tag haben wir allerdings nach dem Mittagessen frei.

Die ersten Tage gingen sich ruderisch etwas schwer an und wir fanden nicht auf Anhieb zu dem Bootsgefühl aus Brandenburg zurück. Doch unsere harte Arbeit gab uns nach einigen Tagen recht und wir machten einige gute Fortschritte.

In den letzten Tage wurden die Trainingsumfänge durch die Trainer etwas reduziert und wir fuhren mehr Belastungen und höheren Frequenzen um uns auf die anstehenden Rennen gezielt vorzubereiten.

Alles in allem blicke ich mit meiner Mannschaft mit großer Vorfreude auf unseren Saisonhöhepunkt und fühle mich gut vorbereitet. Die letzten Wochen hier in Berlin war zwar sehr hart, aber mit der Zeit habe ich mich an das Trainingspensum gewöhnt.

Jetzt geht’s endlich los zu meiner ersten WM!

Euer Cedric