Henley Royal Regatta

Anlässlich des 150-Jährigen Jubiläums der Frankfurter Rudergesellschaft Germania ( 1869 e.V. ) hatten die Juniorinnen und Junioren der Altersgruppen A ( U19 ) und B ( U17) die Möglichkeit, sich für einen Juniorinnen Doppelvierer ohne Steuerfrau/-Mann (in der Henley Kategorie Diamond Jubilee Challenge Cup) oder einen Junioren Doppelvierer ohne Steuerfrau/-Mann (in der Henley Kategorie Fawley Challenge Cup) zu behaupten.

Über die im Vorfelde ausgetragenen Time Trials für den Junioren Doppelvierer ohne Steuerfrau/-Mann (JM4x) konnten sich die A-Junioren Noah Ladusch (Schlagmann),  Anton Herzog (Schlagübernahme)  und Tillmann Riess (für den Vorbug ) durchsetzen. Christopher Welsch, ebenfalls A-Junior und Viktor Schönwandt (B-Junior) konkurrierten bis zur letzten Sekunde um die Bugposition. In Henley selbst entschied sich das Trainerteam dann zugunsten von Viktor womit Christopher den Ersatzmann für die Mannschaft repräsentierte.

Die Plätze der Schlagfrau und des Vorbugs im Juniorinnen Doppelvierer ohne Steuerfrau/-Mann (JW4x) waren vorab an Antonia Labonde (B-Juniorin) und Betti Bayer ( A-Juniorin) vergeben worden. Über die Time Trials konnten sich dann die beiden A-Juniorinnen Hannah Höselbarth (für die Schlagübernahme) und Theresa Teschke (für die Bugposition) in den 4er rudern. Für den JW4- war keine Ersatzfrau vorgesehen.

Am Sonntag, den 30. Juni 2019 begann dann das Abenteuer für die beiden Junioren Teams. Um 6Uhr morgens rollten sie in 2 Bussen, gefahren von Yannick Burg und Maximilian Fränkel, welcher für die Undine Offenbach im Rennen der Diamond Sculls im Einer startete, vom Hof der FRG Germania in Richtung Henley.

Untergebracht waren die Teams jeweils in einer Gastfamilie. Die Unterkünfte waren fußläufig gut von der Regattastrecke zu erreichen und ermöglichten uns Athleten somit eine optimale Möglichkeit zur Regeneration. Während des Wettkampfs wurden wir in der Unterkunft mit Frühstück versorgt und hatten die Möglichkeit, uns eigenständig Mittagessen in der Küche der Gastfamilie zuzubereiten. Abends haben wir gemeinsam als Team in unterschiedlichen Restaurants nahe der Themse gegessen.

Dank unserer frühen Anreise am Sonntag hatten wir noch 2 vollständige Tage zur Akklimatisierung und Vorbereitung auf unser erstes Rennen am Mittwoch, dem offiziellen Beginn der Henley Royal Regatta 2019. Für diese 2 Tage waren wir dementsprechend dankbar, denn wer schon einmal in Henley gewesen ist und vielleicht sogar einmal die Möglichkeit hatte die Regattastrecke auf der Themse zu berudern, weiß wie außergewöhnlich diese ist und wie ebenfalls aufregend es ist, dort zu trainieren. Das Rudern auf der Themse verlangt einem ein Hohes Maß an Konzentration ab, denn diese Regattastrecke gleicht keiner anderen, dementsprechend tut es auch die Fahrtordnung nicht. In diesem Zusammenhang kann ich aber schon einmal vorwegnehmen, dass glücklicherweise alle Teams der Germania die Regatta ohne Bootsschaden absolviert  haben.

Neben der Vorbereitung auf unser erstes Rennen hatten wir die Ehre als ausländisches Team am Montag Abend, gemeinsam mit allen anderen aus dem Ausland angereisten Mannschaften im River and Rowing Museum in Henley empfangen zu werden. Dort hatten wir dann auch schon die erste Gelegenheit einige bekannte Größen aus dem Rudersport kennenzulernen. Beispielsweise hielt dort Sir Matthew Pinsent eine ergreifende Willkommensrede.

Der Mittwoch begann für die FRG Germania mit dem Fawley Challenge Cup des Junioren Vierers. Die Junioren machten als erste die Erfahrung, dass in Henley nicht nur die Fahrtordnung und die Rennsituation besonders sind. Denn wie es die Tradition will, gingen die Junioren begleitet von lautstarkem Applaus aller Mitgereisten der Germania aus dem Zelt zum Steg. Das gleiche Ritual wurde später ebenfalls bei den Juniorinnen vollzogen.

Im Rennen gegen den Vierer vom Gloucester RC konnten sich unsere Jungs mit einem schnellen Start eine starke Bootslänge Vorsprung über die Strecke von 2112m errudern. Damit entschieden sie dieses Rennen eindeutig für sich und konnten ihrem nächsten Rennen am Donnerstag entgegenblicken.

Die Juniorinnen der Germania starteten gegen den Vierer vom Wallingford R.C. und konnten wie auch die Jungs einen guten Start rausfahren und sich über die Strecke einen Vorsprung erarbeiten. Trotz kleiner Komplikationen mit dem Steuer im letzten Drittel der Strecke konnte die Mannschaft ebenfalls das Rennen mit einer guten Bootslänge Vorsprung für sich entscheiden und sich auf das anstehende Rennen am Freitag gegen den Vierer des Lea R.C. vorbereiten.

Am Donnerstag starteten nur die Jungs im JM4- für die Germania. Sie hatten das Team der Claires Court School als Gegner, welchem sie sich in einem ebenfalls starken Rennen leider mit einer knappen Bootslänge Abstand geschlagen geben mussten. Somit endete die Regatta für die Junioren am Donnerstag.

Am Freitag starteten dann die Juniorinnen in ihrem 2. Rennen gegen die 4 Juniorinnen des Lea R.C.. Doch auch der Juniorinnen Vierer musste sich gegen dieses starke Team geschlagen geben und schied ebenfalls aus der Regatta aus.

Natürlich waren beide Teams sehr enttäuscht über ihr Ausscheiden und die negativen Emotionen überwogen am jeweiligen Tage des Ausscheidens. Dennoch konnten sich die beiden Mannschaften schnell wieder fangen. Denn die Tatsache, dass wir als so junge Athleten die Möglichkeit geboten bekommen haben, an einer solch außergewöhnlichen, traditionsreichen, bekannten wie auch verrückten Regatta teilzunehmen schätzen wir alle sehr, da man nie wissen kann, ob man überhaupt noch einmal eine solche Möglichkeit bekommen wird. Deshalb hieß es für uns am nächsten Tag den Kopf nicht in den Sand zu stecken und stattdessen die Atmosphäre zu verinnerlichen und zu genießen.

Alle Athleten wie auch Trainer hatten Zugang zum Bereich Stewards‘ Enclosure von wo aus man einen einmaligen Blick auf die Regattastrecke hat. In diesem Bereich hielten wir uns die kommenden Tage vorwiegend auf und schauten gespannt einige Rennen von weltweit bekannten Ruderern. Manche von uns hatten ebenfalls das Glück dort Ruderer wie Olli Zeidler mit seinem Großvater Hans-Johann Färber oder Mahé Drysdale persönlich zu treffen. Die Abende nach Regattaende für unsere Mannschaften konnten wir am Ufer entlang der Themse verbringen und den Sonnenuntergang genießen. Mittags konnten wir neben dem Stewards‘ Enclosure ebenfalls den kleinen Ort Henley erkunden und wahlweise durch ein paar kleine Läden stöbern.

Den Höhepunkt stellte natürlich der Sonntag dar, an welchem die Finalrennen ausgetragen wurden. Besonders spannend war es dann natürlich für die jeweiligen Teams das Finalrennen der eigenen Kategorie zu sehen. Die Atmosphäre am Finaltag war besonders beeindruckend und aufregend. Bei nahezu jedem Rennen fieberten die Zuschauer von Tribünen und Liegestuhl Plätzen mit.

Abschließend schauten wir uns die Siegerehrung an welche unter anderem von Peter Reed moderiert wurde.

Die Henley Royal Regatta (HRR) 2019 war für uns als Junior Team der FRG Germania eine besondere Erfahrung. Die HRR ist eine Regatta, welche wie keine andere ist. Dies spiegelt sich bereits in der Lagerung des Materials (unsere Boote waren in Halle F für Frankfurt gelagert) wie auch den Rennvorbereitungsmöglichkeiten ( separierter Aufwärmbereich mit Ergometern und Spinning-Bikes )wieder. Wie bereits erwähnt ist selbst der Weg aufs Wasser zum Start anders. Diese kleinen Besonderheiten und Eigenheiten ziehen sich durch die gesamte traditionsreiche Regatta. Mit der Teilnahme an dieser Regatta sind wir alle um einige tolle Erfahrungen reicher geworden, die wir alle keines Falls missen möchten.

Daher möchte ich mich an dieser Stelle im Namen des Germania Junior-Teams an erster Stelle ganz herzlich bei Nigel Longley bedanken, der die Teilnahme an der Regatta für uns ermöglicht hat und darüber hinaus die gesamte Organisation und Planung in die Hand genommen hat.

Desweiteren danken wir unseren Trainern und Betreuern Arran Lewcock, Max Schreiber, Yannick Burg und Christiane Hut, welche uns eine optimale Vor- wie auch Nachbereitung der Regatta ermöglicht haben.

Ebenfalls ein herzliches Dankeschön gebührt Johannes Karg für die Organisation und das Bereitstellen der Teambusse und seine großartige Unterstützung der Junioren in jeder Hinsicht während der gesamten Saison.

Darüber hinaus danken wir allen Sponsoren und Mitgliedern wie auch unseren Eltern die uns durch finanzielle Hilfen die Teilnahme an der Regatta ermöglicht haben.

Unseren Eltern danken wir ebenfalls für die unglaubliche Unterstützung, die wir über die Henley Royal Regatta hinaus die gesamte Rudersaison erfahren. Uns ist es dennoch ein besonderes Anliegen unseren Eltern vor allem aber dafür zu danken, dass uns ein Großteil der Eltern auf diese besondere Regatta begleitet hat.

Im Namen des FRG Germania Junior Teams,
Danke an alle Beteiligten, Sponsoren, Organisatoren und Begleitungen!
Theresa Teschke