Mehrere EM-Qualifikationen für Germanen zum Greifen nahe

Die erste und einzige Überprüfung im U23-Bereich und in den nichtolympischen Klassen der offenen Kategorie fand im Wasserpark Dove-Elbe am Wochenende in Hamburg statt. Die Trainingsgruppe aus Frankfurt nahm mit 10 Teilnehmern teil und war wiederum sehr erfolgreich.

Bedingt durch die Corona Vorgaben der Stadt Hamburg durften nicht alle Ruderer an den Wettkämpfen teilnehmen, da diese begrenzt wurde durch eine Höchstteilnehmeranzahl. Alle Germanen qualifizierten sich aber über einen Ergometertest von vor drei Wochen für diese Kleinbootüberprüfung vom DRV.

Im Finale der leichten Einer der offenen Klasse ruderten Julian Schneider und Johannes Ursprung auf die Plätze 3 und 4, was ihnen das Ticket für die Mannschaftsbildung im LM4x sicherte. Die offene EM ist noch nicht endgültig bestätigt, aber die Zeichen stehen gut für die Ausrichtung dieser Maßnahme in Poznan im Oktober, wo dann auch Stephan Krüger und hoffentlich Nico Merget das gesamte Germania Team vervollständigen.

Unser Aushängeschild bei den Frauen, mehrfache Deutsche Meisterin im Einer der Leichtgewichte, Leonie Pless ruderte im LW1x, um sich für die EM im Einer zu empfehlen. Seit der corona-bedingten Absage aller Wettkämpfe im März hat Leonie sehr viel trainiert, z.B. Tagestouren mit Katrin Thoma nach Ulm oder in drei Tagen mit dem Rad nach Linz absolviert und recht wenig bis gar nicht gerudert. Erstmalig wurde sie sodann am Samstag seit langem über die 2000m Distanz geschlagen und wurde im Finale nur Dritte. Ob ein Start in Poznan noch möglich ist, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden.

Das Ticket für die Mannschaftsbildung im U23-Riemenbereich der Männer haben sich grundsätzlich Paul Kirsch und Cedric Wiemer (noch U-19 Junior!) mit einem tollen 9. Platz von 24 Booten im BM2- errudert. Hier lagen – sehr zur Überraschung der meisten Beobachter – die ersten 10 Boote vom A- und B-Finale nur von 5 Sekunden getrennt  auseinander, was für eine sehr hohe Leistungsdichte spricht.

„Das unsere neue Kombination dort mithalten konnte, freut mich natürlich, Paul und Cederic sind nur einen halben Luftkasten hinter dem Sieger des B-Finals ins Ziel gekommen. Hier sehe ich hohes Entwicklungspotenzial für 2021 worauf unsere Planungen mit einer großen Riemengruppe auch ausgerichtet sind. Ob beide nun aber zur Heim-EM in Duisburg mitfahren ist eher unwahrscheinlich, da Paul im Moment in seinem Physikum steckt und nicht vier Wochen in Dortmund trainieren will und kann. Hier geht die Ausbildung natürlich vor. Cedric kann noch bei den Junioren mitfahren, so dass er noch einen internationalen Wettkampf in 2020 rudern kann, so unser Headcoach Ralf Hollmann zur Einschätzung der Ergebnisse und Aussichten für die kommenden Wochen.

Luis Ellner und Maximilian Schultheis (Weilburg) ruderten zwar nur auf den 15. Platz, aber auch hier waren die zeitlichen Abstände so gering, dass auch diese neue Kombination großes Entwicklungspotential haben und einfach noch ein wenig Zeit brauchen.

Jonas Gehlsen (Nassovia Höchst) ruderte auf den 7. Platz bei den Skullern. Ein ganz tolles Ergebnis für den jüngsten Teilnehmer im Feld. Auch hier sollte die EM in greifbarer Nähe sein. Die Mannschaftsbildung findet ab nächste Woche statt, wo man allerdings nie weiß, wie diese ausgestaltet wird und welche Faktoren eine Rolle spielen. „ Da man sich in diesem Jahr nicht direkt über die Bootsgattungen bei der U23-DM qualifizieren kann, ist es natürlich immer auch eine subjektive Entscheidung der beteiligten Trainer“, so Hollmann am Ende der Veranstaltung.