Neues Jugend- und Schulruderzentrum nimmt Formen an

Baustellenfest der Frankfurter Rudergesellschaft „Germania“ im Mainfeld

Pfützen stehen auf dem Betonfußboden, alle paar Meter stützt eine Strebe die vier Meter hohe Decke ab und durch die fensterlosen Öffnungen pfeift der Wind – keine Frage, hier wird noch gebaut. Doch das neue Jugend- und Schulruderzentrum der FRG Germania 1869 e.V. am Niederräder Mainufer nimmt langsam Gestalt an. Der Rohbau ist fast fertig, Grund genug, das Ende dieses Bauabschnitts zu feiern – natürlich unter Corona-Bedingungen, mit Abstand und Maske und nur 102 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Ab dem nächsten Jahr schon soll hier der vereinseigene Nachwuchs, aber auch Schülerinnen und Schüler das Rudern lernen und ausüben. Rund 1200 Quadratmeter Nutzfläche hat das neue Ausbildungszentrum – mit einer Bootshalle für rund 60 Boote Boote, einem Fitnessraum für 30 Ruderergometer, Umkleiden und einer Dachterrasse zum „Chillen“, so hatten es sich die Jugendlichen, die das Konzept mit entwickelt haben, vorgestellt.

Am Montagnachmittag begrüßte Germania-Sportvorstand Johannes Karg neben zahlreichen Club-Mitgliedern sowie Vertretern der benachbarten Vereine und Schulen auf der Baustelle vor allem Repräsentanten der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen, die das 2,7 Millionen Euro teure Projekt mit insgesamt 1,5 Millionen Euro fördern. „Die Germania ist einer der besonderen Vereine, die wir im Sportland Hessen haben“, sagte Jens-Uwe Münker, Leiter der Abteilung Sport im hessischen Innenministerium, in seinem Grußwort. Als Trägerverein eines Bundesstützpunktes – von denen es nur neun in ganz Hessen gibt – ist die 150-Jahre alte Rudergesellschaft Heimat für Leistungssportler, die auf nationalen und internationalen Meisterschaften um die Medaillen kämpfen, genauso wie für Breitensportler und jugendliche Ruderinnen und Ruderer. Das neue Jugend- und Schulruderzentrum ist ein ehrgeiziges Projekt, weiß Münker: „Es zeigt – 150 Jahre schützen nicht davor, sich zu modernisieren und sich weiterzuentwickeln.“ Angelika Strötz, Leiterin des Sportamtes Frankfurt, lobte das Eigenengagement des Vereins, der mehr als eine Million Euro für den Bau selbst finanzieren muss – über Spenden aus der Mitgliedschaft oder Sponsoren. Dr. Helmut Häuser überbrachte Grüße von der Willy-Robert-Pitzer-Stiftung, Prof. Dr. Hans Reinke von der Manja und Ernst Mordhorst Stiftung, die beide das Projekt fördern. Zu den weiteren Unterstützern gehört die Ernst Max von Grunelius Stiftung sowie die Dr. Marschner Stiftung.

Zur Feier des Tages wurde eine Zeitkapsel vor dem neuen Bootshaus einbetoniert, mit einer aktuellen Zeitung und Erinnerungen aus dem Jubiläumsjahr der Germania.

In etwa drei Wochen soll der Rohbau fertig sein, im nächsten Jahr kann dann die Einweihung gefeiert werden, wie Architekt Thomas Bub erläuterte. Er dankte auch der Baufirma F.W. Müller, die trotz der Corona-Umstände schnell gearbeitet hat.

Sabine Wollrab