Zwei Wochen vor der Europameisterschaften 2020

Liebe Germanen,

 

endlich ist es soweit! Nach nun mehr als 13 Monaten ohne internationalen Wettkampf bahnt sich der Höhepunkt einer bisher noch nie dagewesenen Saison an. Die nunmehr über ein halbes Jahr andauernde Epidemie hat unser ganzes Leben auf den Kopf gestellt und viele für selbstverständlich gehaltenen Tatsachen auf den Kopf gestellt. So kam es in der Geschichte der Olympischen Spiele noch nie zu einer kompletten Absage oder Verschiebung mit Ausnahme der politisch motivierten Boykotte 1980 oder 1984. Eigentlich wären die Spiele in Tokyo in normalen Zeiten schon wieder Geschichte. Aber das olympische Feuer in so vielen Sportlern brennt weiter. Umso wichtiger ist die EM in Polen für uns als Standortbestimmung für die hoffentlich stattfindenden Spiele ein Jahr später in Tokio.

Nach einer sich ewig anfühlenden internen Selektion in Ratzeburg, deren Modus sich mehrfach änderte, wurde ich als feste Größe in den Doppelzweiers gesetzt. Zum einen untermauert mit Leistung zum anderen hineinkomplimentiert, weil es keinen besseren für den Job gebe bzw. andere Boote (Doppelvierer) für mich nicht vorgesehen sind. Anfang August, nach unserem letzten Ausscheidungsrennen, habe ich Mark Weber an meine Seite gesetzt bekommen, worüber ich sehr glücklich bin. Mit ihm habe ich nicht nur jemanden physisch sehr starken sondern auch mental sehr starken Sportler im Boot. Abgesehen davon wie gut es menschlich passt, bilden wir seit ewigen Zeiten einen rein hessischen Doppelzweier. Ich finde, das gibt ein gutes Gefühl, das noch mehr verbindet.

Ich bin sehr gespannt, wie wir auf unserem ersten Wettkampf abschneiden werden. Die Strecke ist für uns beide keine Unbekannte. Mark wurde dort vor zwei Jahren U-23 Vizeweltmeister im M1x und ich mit Marcel Hacker 2015 sogar Europameister. In den noch verbleibenden zwei Wochen holen wir uns nochmal die nötige Lockerheit und Geschwindigkeit um so gut wie möglich vorbereitet nach Poznan zu fahren.

Euer Stephan