Nationaler Olympiaausscheid und Europameisterschaften 2021

Bereits letzte Woche wurden in Köln-Fühlingen die DRV internen Ausscheidungen für die Olympischen Kleinboote W1x, M2-, LW2x und dem Para M2- im Best-of-Three-Modus ausgetragen. Diese Ausscheidungen entschieden, welche Bootsbesetzungen in die internationale Saison (Europameisterschaften und Weltcups), sowie zur letzten Qualifikationsregatta für die Olympischen Spiele geschickt werden sollten.

Unsere Spitzensportler von der FRG Germania waren in drei Kategorien beteiligt: Katrin Thoma im LW2x, Juliane Faralisch im W1x und Valentin Luz im Para M2-. 

Durch die schicksalhafte Vorbereitung im LW2x (Ausstieg der Ruderpartnerin von Katrin Thoma kurz vor dem Zielwettkampf) und W1x (Juliane Faralisch hatte einen Bandscheibenvorfall im Trainingslager in Italien) waren zwei unserer Boote trotz professioneller Vorbereitungen und guten sportlichen Aussichten, leider nicht im Vollbesitz der eigentlichen Stärke.

Leonie Pless, die im Sommer ihre Karriere beendete, stieg erst vier Wochen vor dem Ausscheid mit Katrin Thoma wieder ins Boot. Sie wollte ihre Vereinskameradin und Freundin nicht alleine,kurz vor dem Wettkampf nach einem halben Jahr intensiver Vorbereitung hängen lassen und versuchen das scheinbar Unmöglich doch noch zu erreichen: Durch die Teilnahme am Ausscheid zumindest Katrin die Option zu erhalten, mit im Spiel um die Tickets für die internationale Rudersaison zu bleiben. Die Vorbereitungszeit war natürlich am Ende viel zu kurz und man verlor im 4-Bootefeld die beiden ersten Rennen deutlich gegen das Duo Dräger/Volk.

Juliane Faralisch war nach ihrem Bandscheibenvorfall Anfang Februar die komplette Zeit in Rehabilitation und unter fachlicher Anleitung, um sich dennoch für die Ausscheidung im Frauen Einer zu melden. Wenn man bedenkt, wie viel alle Sportler und Trainer in den letzten Monaten für dieses Ziel gearbeitet hatten, hohe Trainingsumfänge, mehrwöchige Trainingslager und im Fall von Juliane , die temporäre Aussetzung ihres Studiums in den USA, ist zu verstehen, dass sie unbedingt daran teilnehmen wollte. Die Entscheidung trotz dieser erheblichen Einschränkungen an den Start zu gehen, fiel erst wenige Tage vor dem ersten Rennen. 

Mit nur 8 Tagen Rudern und kaum Belastungen im spezifischen Bereich, ruderte sie im 5-Bootefeld in beiden Rennen gut bis sehr gut, lag nach dem Start sogar in Führung und konnte jeweils bis zur 1000m Marke mithalten, musste dann aber abreißen lassen und wurde drittes Boot hinter der favorisierten Greiten und der überraschenden Siegerin aus Meschede, die erst 19-jährige Junioren-Weltmeisterin Föster. Letztere ruderte trotz ihres jungen Alters absolut souverän und konnte beide Rennen gewinnen. 

Valentin Luz,  der Dritte Germane im Teilnehmerfeld, konnte in den Para M2- Rennen, welches zur Bildung des Para 4+ herangezogen wird, mit seinem Partner aus Dortmund deutlich gewinnen. Hier wird in den nächsten vier Wochen das Boot zusammengebaut und wir hoffen natürlich, dass unser Para-Olympiafinalist von 2016 erneut einen der begehrten Rollsitze erobert.

Trotz des für Katrin Thoma schmerzlichen Verlaufs der letzten Monate, gab es dann auch für sie noch eine tolle Nachricht.Sie wurde im Anschluss an die Ausscheidung des Deutschen Ruderverbands als Ersatzfrau für den olympischen Doppelzweier nominiert und wird nun sowohl den Einer zur EM in Varese fahren als auch als Ersatzfrau für den LW2x zur Verfügung stehen. Für Katrin zumindest ein halbwegs versöhnlicher Abschluss der intensiven Vorbereitungszeit und eine internationale Saison.

Stephan Krüger und Marc Weber (Gießen) (beide aus dem Top Team am BSTP) bilden bereits seit der letzten EM ein vielversprechendes Duo. Sie wollen in einer Woche zur EM das Finale im M2x erreichen. 20 Boote haben zu dieser Bootsgattung gemeldet, welche nach den Ergebnissen der letzten Jahre sehr enge Rennen versprechen.

Die EM findet auf dem herrlichen Lago di Varese im gleichnamigen Oberitalienischen Ort in dem Zeitraum vom 9.-11.April statt.