1. Ruder Weltcup 2021 in Zagreb/Kroatien

Am letzten Aprilwochenende reiste ein kleiner Teil der Rudernationalmannschaft zum 1. Weltcup nach Kroatien. Nur die bereits qualifizierten Boote nahmen an dem ersten Weltcup teil, der Rest der Mannschaft bereitete sich auf die Olympiaqualifikation vor. Mit im Aufgebot des DRV waren drei Germanen (zwei Sportler, ein Trainer) sowie beide hessischen Boote, die sich aktuell in der A-Nationalmannschaft befinden.

Katrin Thoma hatte, nachdem sie als offizielle Ersatzfrau des olympischen Doppelzweiers (Dräger/Volk) nominiert wurde, bereits zur EM überzeugen können, wo sie im Gesamtresultat Achte wurde. Nun, mit ein bisschen mehr Vorbereitungszeit gelang es ihr zunächst einmal in das Finale einzuziehen und dort ein ganz starkes Rennen zu fahren, um am Ende Silber (in 7:45min) zu gewinnen. Sie musste sich nur der Vize-Europameisterin von 2020, Sophia Meakin (SUI) beugen, die ungefährdet den Sieg in toller Ruderzeit von 7:41min einfuhr. Katrin konnte ab der 1000m Marke alle Angriffe der anderen Konkurrentinnen abwehren und ruderte so zu ihrer ersten Weltcup-Medaille im Einer, nachdem sie bereits im 4x Silber und Bronze 2019 erruderte.

 

„Wenn man den Verlauf der Vorbereitungen 2020/2021 betrachtet, wo wir alles, ich meine wirklich alles auf den LW2x Ausscheid um Olympia ausgerichtet hatten, um dann von der eigenen Partnerin nach sechs monatiger intensivster Vorbereitung vier Wochen vor dem Ausscheid verlassen zu werden, kurz vor dem nationalen Rennen mit Leonie Pless (aus dem leistungssportlichen Ruhestand kommend) ins Boot zu steigen und am Ende der nationalen Ausscheidungen vom Wohlwollen Anderer abhingen – dann sind das Geschichten im Ruderleben, die man nicht erleben muss. Das Katrin entgegengebrachte Vertrauen vom Verband und der beiden anderen Nominierten im LW2x konnte sie mit dieser Leistung hier im Einer, nicht wegen der Medaille alleine, sondern auch aufgrund der Ruderfahrzeit von 7:45min bei spiegelglattem Wasser bestätigen. Das sollte Selbstvertrauen geben und auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereiten,“ so die Einschätzung von Germania Top-Teamtrainer Ralf Hollmann, der in Zagreb Katrin betreute.

 

Stephan Krüger und Marc Weber ruderten mit im größten Starterfeld und mussten über Vorläufe und Halbfinals gehen, um in das A-Finale im Doppelzweier zu kommen. Diese Aufgaben hatten sie mit Auszeichnung bestanden, wurden sie im Halbfinale deutlich zweites Boot und zogen ungefährdet ins Finale ein. Dort ruderten die Franzosen wie entfesselt und holten sich in 6:12min sicher den Sieg vor den Polen. Um den dritten Platz wurde es am Ende noch einmal eng, denn die lange an dritter Position liegenden Schweizer wurden zum Ende des Rennens immer langsamer und das hessische Duo kam bis auf eine knappe ¾ Bootslänge heran. Im Ziel wurden Stephan und Marc aber leider nur viertes Boot. Dennoch vom Resultat ein befriedigendes Ergebnis, denn es war immerhin ihre erste Finalteilnahme. Wenn im Trainingsprozess noch die entscheidenden Schritte in den kommenden Wochen getätigt werden können, ist mit den beiden sicher zu Olympia zu rechnen.

  

Die nächsten Wochen werden ausschließlich in Trainingslagern und mit Wettkämpfen vollbracht. Katrin wird in dieser Woche zum olympischen 2x stoßen, die vom 15.-17. Mai die weltweite Nachqualifikation in Luzern genau wie weitere 7 (!) deutsche Boote haben werden. In Luzern trifft sich die Weltelite unter Ausschluss von Zuschauern, um die letzten Quotenplätze zu vergeben. Zwei Tage später wird dann auf dem Göttersee nahe Luzern die Rotsee Regatta ausgetragen, wo dann wieder die gesamte DRV Mannschaft am Start sein wird. Dabei aus Germania Sicht dann auch wieder Katrin Thoma sowie der hessische Doppelzweier Krüger /Weber.