DRV Trainingsmaßnahme in München mit U23 Kleinbootüberprüfung und U19 Nachqualifikation

Für das vergangenen Wochenende lud die U23-Bundestrainerin zur zweiten U23 Kleinbootüberprüfung nach München-Oberschleißheim. Die Rangliste im Einer bzw. Zweier-ohne ist ein wesentlicher Bestandteil für die Nominierung zur Mannschaftsbildung der U23-Nationalmannschaft. Im Rahmen der Trainingsmaßnahme in München wurden zudem Nachqualifikationsrennen für die Zulassung zur zweiten U19 Kleinbootüberprüfung ausgetragen.

Die Rennen auf der Olympia-Regattastrecke von 1972 fanden über das gesamte Wochenende bei sehr windigen Bedingungen statt. Vier Kenterungen von Bundeskaderathleten, während der  Rennen, geben eine Vorstellung von den Witterungsbedingungen.

Von der Germania waren folgende U23 Sportler/innen eingeladen: Luis Ellner/Paul Kirsch im schweren Senior B Zweier-ohne, Hannah Höselbarth  im Leichtgewichts Seniorinnen B Einer, Adrian Reinstädtler im Lgw. Senioren B Einer sowie Trainingsgruppenmitglied Jonas Gelsen (Nassovia Höchst) im schweren Senior B Einer.

Die Schwergewichte Ellner/Kirsch und Gelsen fanden, trotz des Windes, gut in den Wettkampf rein und sicherten sich mit relativ kräftesparenden Rennen durch den zweiten Platz bzw. ersten Platz im Vorlauf die Teilnahme am Halbfinale. Hannah Höselbarth hatte mehr mit den welligen Bedingungen zu kämpfen, zog aber trotzdem mit Platz 4 in das Halbfinale ein. Reinstädtler verpasste das Halbfinale im stärksten Vorlauf denkbar knapp, womit er im Finale C landete.

Zu den wichtigen Halbfinal-Rennen am Mittag fegte der Wind noch heftiger und böiger über die Strecke. Den Auftakt zu den Halbfinals machte der Männer Zweier-ohne. Das Duo Ellner/Kirsch hatte sich vorgenommen, ihre gute Form der ersten Kleinbootüberprüfung (2. Platz) mindestens zu bestätigen. Im zweiten Rennen des Tages kam die Zweier-ohne-Konkurrenz auf den Außenbahnen allerdings überraschend schnell über die ersten 1.000m. Ellner/Kirsch kämpften, kamen aber am Schluss leider trotzdem enttäuscht auf Rang 4 ins Ziel und damit ins B-Finale. Gelsen parierte in seinem Halbfinale alle Attacken der Konkurrenten gekonnt und schob sein Bugball als erster ins Ziel. Höselbarth hielt auf der ersten Streckenhälfte Kontakt zu den verbleibenden vier Konkurrentinnen. Eine war nach 300m gekentert. 750 vor dem Ziel mobilisierte die 18-jährige alle verbliebenen Kräfte und fuhr einen starken langen Endspurt, der sie mit Platz 3 belohnte und ins A-Finale brachte.

Der Sonntag begann aus Germaniasicht wieder mit Luis Eller und Paul Kirsch im Zweier-ohne. Die beiden fuhren ein besseres Rennen als am Vortag und zeigten mit dem Sieg im B-Finale auf, dass sie in vergleichbarer Form wie die Konkurrenz im A-Finale sind. Jonas Gelsen kam erwartungsgemäß nicht als schnellster vom Start los. Davon ließ er sich allerdings nicht beeindrucken. Er fand seinen Rennrhythmus und machte ab der Streckenhälfte allen Gegnern und Trainern klar, dass der Sieg im Senior B Einer an diesem Wochenende nur an ihn gehen kann. Hannah Höselbarth fuhr, als jüngste im Feld, ein gutes Rennen, musste aber anerkennen, dass der Zwischenlauf sie viele Körner gekostet hatte und die Konkurrenz im A-Finale schnell unterwegs ist. Am Ende verbessert sie sich im Vergleich zur ersten Rangliste um zwei Plätze auf Platz 6. Adrian Reinstädtler beendete das Wochenende mit einem versöhnlichen Sieg im C-Finale.

Die nächsten Tage und spätestens die Nominierungsregatta in Ratzeburg am 5./6. Juni wird zeigen, wer und wenn ja, in welcher Bootsklasse in die U23 Nationalmannschaft berufen wird.

Für die Sportler aus der U19, die bei der ersten Rangliste nicht unter die ersten 30 Boote kamen und sich damit nicht für die zweite Rangliste qualifiziert hatten, gab es in München die Chance trotzdem zur zweiten Rangliste eingeladen zu werden, indem sie unter die Top 6 (A-Finale) in der Nachqualifikation kommen.

Der Junioren A Zweier-ohne mit Carl Tamussino und Benedikt Sachs wurde im Vorlauf dritter und zog damit in das Halbfinale A/B ein. Es folgten die Vorläufe der Junioren A Einer, wo Willem Kirsch mit einem zweiten Platz ebenfalls in das Halbfinale A/B kam. Caspar v. Campenhausen gelang es, nach einer krankheitsgeprägten Vorbereitung, mit einem fünften Platz leider nicht in das Halbfinale einzuziehen.

Im Halbfinale fand das Duo Tamussino/Sachs nicht optimal in das Rennen und verpasste mit dem vierten Platz das A-Finale knapp. Willem Kirsch sicherte sich, mit weniger als einer Sekunde Vorsprung auf den Vierten, mit Platz drei die Teilnahme am A-Finale und bereits damit das Ticket für die zweite U19 Rangliste.

Am Sonntag wurden Tamussino/Sachs im B-Finale Dritter mit einer knappen Längen zum Sieger. Willem Kirsch kam im A-Finale gut von Start weg und lag bei 500m vorne. Über den Rest der Strecke fuhr die Konkurrenz frequenter, sodass er auf Platz fünf ins Ziel kam. Caspar lieferte im D-Finale ebenfalls einen guten Start und konnte dadurch mit einer Drittel-Sekunde den Lauf für sich entscheiden.