Ruderer der Germania qualifizieren sich für die U19 und U23 Weltmeisterschaften

Die Spitzenruderer der Germania aus den Altersklassen U19/U23 kehren mit ihren Trainern von einem nervenaufreibenden Wochenende im hohen Norden zurück. Die ersten WM-Nominierungen mit ihm Gepäck. Dabei ging es in Hamburg bei den U19 Sportlern um die 2. Rangliste der Kleinboote, die ein wesentlicher Bestandteil der Vergabe für die Rollsitze zur Junioren-WM ist. Bei der zeitgleich in Ratzeburg stattfindenden U23 Veranstaltung des Deutschen Ruderverbandes, wurden sogar direkt die Nominierungen in den WM Bootsklassen vergeben. Spannung war somit in beiden norddeutschen Städten vorprogrammiert.

Luis Ellner und Paul Kirsch erruderten sich zusammen mit Ryan Smith und Leon Knaack (beide DRC Hannover) die Qualifikation zur U23-WM im Männer Vierer ohne Steuermann. Zehn Boote meldeten zu diesem Rennen und auch der Dortmunder Stützpunkt, der gleich mit fünf Vierern anreiste, wollte diese prestigeträchtige Bootsklasse gewinnen. Die Germanen/Hannoveraner starteten stark und schlugen mit 40 Schlägen die Minute auf den ersten 700m. Dort legten sie mit ihrem offensiven Streckenrhythmus die Grundlage des späteren Erfolges. Sie wurden mit der Nominierung im olympischen Vierer ohne belohnt. Ein phantastischer Erfolg. Genau sechs Jahre nach der Nominierung des reinen Vereinsvierers der Germania (Usen/Bock/Nonnast/Kruppa) an gleicher Stelle, wieder ein Spitzenerfolg.

Jonas Gelsen (RC Nassovia Höchst) erruderte als Favorit wie erwartet die Goldmedaille im Männer Einer. Das Rennen lief zwar nicht ganz optimal, doch trotz des herausfordernden Seitenwindes konnte der diesjährige zweifache Ranglistensieger, das alles entscheidende Rennen in Ratzeburg mit knapp 5 Sekunden Vorsprung gewinnen. Nun darf er im Juli endlich im Konzert der besten U23 Skuller in Racice (CZE) mitspielen, nachdem er zwei Jahre hintereinander im U19 und U23 Bereich „nur“ Ersatzmann war.

Hannah Höselbarth gewann im Rennen des Leichtgewichts Frauendoppelvierers Silber hinter der Kombination aus dem Leichtgewichts 1x, 2x und Ersatzfrau. Sodass im Regelfall die 2. Platzierten nominiert würden. Allerdings gab die zuständige Nominierungskomission am Montagmorgen bekannt, dass kein Lgw. 4x- zu den Weltmeisterschaften geschickt wird, sodass für die Mannschaft nun die Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften in Essen (24.-27. Juni) bleibt, um dort eventuell für die U23 EM im September nominiert zu werden. Das gleiche Ziel verfolgt Germania-Neuzugang Adrian Reinstädtler. Nach einem guten Formanstieg in den letzten Wochen, verpasst er die WM-Rollsitze im leichten Männerskullbereich knapp und trainiert nun um für die U23 EM in Kruszwica (POL) berücksichtigt zu werden.

80 km südlich des Küchensees in Ratzeburg war die Germania in Hamburg Allermöhe mit ihren besten U19 Sportlern vertreten. Einen überragenden und ungefährdeten Sieg erruderte sich Rianne Lagerpusch im Juniorinnen Einer. Sie konnte alle Vorrennen kontrolliert gewinnen und im Finale mit 7 Sekunden Vorsprung ein klares Statement setzen. Eine wirklich beeindruckende Leistung der 18-jährigen Abiturientin, die nun versuchen wird, diese Leistung in drei Wochen zur Deutschen Meisterschaft in Essen zu bestätigen. Auf dem dortigen Baldeneysee soll dann das große Ziel, im Einer an der Junioren-WM an den Start gehen zu dürfen, verwirklicht werden.

Mit Antonia Labonde gelang einer weiteren Germanin der Einzug ins A-Finale. Zusammen mit Malou Wollenhaupt (RV Kurhessen-Cassel) belegte sie im Juniorinnen Zweier ohne einen hervorragenden 4. Platz und steht damit ebenfalls vor ihrer ersten WM-Nominierung. Ein 34-Bootefeld war in Hamburg am Start, sodass die vorderen Plätze erwartungsgemäß hart umkämpft waren. Im alles entscheidenden Halbfinale ruderten die beiden ihr bestes Rennen der Saison und gewannen ihren Lauf. Im A-Finale ruderten sie bis zur 1.000m Marke noch um den dritten Platz, konnten das Tempo der führenden Boote auf der zweiten Streckenhälfte nicht ganz mitgehen und kamen so auf den starken vierten Platz. In welchem Boot Labonde bei ihrem WM-Debüt sitzen wird, zeigt sich in den nächsten Wochen.

Die Überraschungssensation lieferten Jonas Wollrab und Viktor Schönwand. Die beiden ruderten wie entfesselt über die Regattastrecke in Allermöhe. Mit dem 13. Platz bei der ersten Rangliste vor sechs Wochen machten die beiden Rookies bereits auf sich aufmerksam. Nun langten sie in Hamburg noch weiter vorne zu. Am Ende ruderten die beiden Germanen von 36 Booten im B-Finale um die Plätze 7-12. Hier kamen 5 Boote innerhalb von nur 2 Sekunden über die Ziellinie. Das Frankfurter Duo wurde zweites Boot und beendet das Wochenende auf einem sensationellen 8. Platz, was niemand vorher hätte ahnen können. Ein sehr gutes Ergebnis, bedenkt man, dass sie noch im ersten Junior A Jahr sind. Auch hier entscheidet der weitere Nominierungsprozess über die weiteren Aufgaben. Die Grundlagen sind gelegt und dokumentiert.