Stephan grüßt aus Kinosaki

Unser Olympiateilnehmer, Stephan Krüger, ist seit knapp einer Woche zur Akklimatisierung in Kinosaki, Japan. Zusammen mit Marc Weber bereitet er sich dort auf die bevorstehenden Rennen der Olympiade 2021 vor. Der erste Bericht erreichte uns gestern.

Blick aus dem Hotelzimmer

Die ersten Trainingseinheiten liegen mittlerweile hinter uns. Marc und ich haben uns langsam an das Wasser hier in Kinosaki gewöhnt. Wir fahren hier auf einem Fluss namens Maruyama. Von unserem Bootshaus aus wäre das Meer locker in 20 Minuten erreichbar. Doch leider dürfen wir dahin nicht abbiegen. Mir müssen uns zuerst immer gegen die leichte Strömung bergauf kämpfen. So hätten wir wenigstens von der Wasserseite auf Erkundungstour gehen können und vielleicht „etwas“ von der Stadt sehen können oder vielleicht sogar das Meer und bezaubernde Strände?!
Zuhause hatten wir uns noch einen Vortrag über „Hitzemanagement“ anhören müssen. Thema: „Wie verhalten wir uns in der japanischen Sommerhitze bei 85% Luftfeuchte?“ Neben langen Oberteilen, die wir hätten feucht halten sollen, hätten eben auch Ergometertraining in klimatisierten Räumen gestanden nebst der Zuführung isotonischer Slushies aus der Eismaschine.
Nach 5 Tagen Training ist von der Hitze zum Glück nichts zu spüren Im Maximum hatten wir einmal 28°C. Sonst war es bisher eher kühler und ziemlich nass. Die bisher anhaltende Regenzeit hatte keine auf dem Schirm. Wir alle hatten uns eher Training in den Tropen vorgestellt. Die langen Oberteile haben wir bisher auch nicht benötigt, weil wir fast jede Einheit nass geregnet worden sind. Um die aktive Wasserkühlung mussten wir uns also bisher auch noch nicht kümmern. Ich weiß bisher noch nicht ob das gut für uns ist oder nicht. Kurzum bisher kommen wir mit den klimatischen Bedingungen ganz gut klar. Hoffentlich kommt dann in Tokyo nicht der Hitzehammer.
Wir haben es uns derweil auch in unserem Zimmer gemütlich gemacht. Typisch japanisch schlafen wir auf Futonbetten (immerhin zwei Übereinandergelegte). Zu Beginn war unser Zimmer im Einklang mit dem Chi. Wir haben uns aber dazu entschieden uns mit dem Chi anzulegen und die Betten jeweils in eine Ecke zu ziehen. Ich mag Marc, aber nach gefühlt einem Jahr zusammen wohnen und in einem Bett schlafen bin ich froh, wenn ich mal meine Ruhe habe und nicht seinen Atem höre.
Gerade kam die Nachricht von den Trainern, dass der Fluss wohl richtig an Strömung zugenommen hat, sodass an Rudern heute Nachmittag nicht zu denken war. Das soll wohl bis morgen so bleiben. Bin gespannt ob wir morgen rauskommen. So langsam kommt es dann auf jede Einheit an.