Luftfeutigkeit und Isolation: Vorbereitung auf den olympischen Wettkampf in Japan

Von Stephan erreicht uns ein weiterer Bericht aus Kinosaki.

 

Im Kleinen wie im Großen kämpfen wir gerade gegen die Feuchtigkeit. Marc hat sich in unserem Zimmer zum Luftfeuchtigkeitsbeauftragten aufgeschwungen und versucht mit einem ausgeklügelten System aus dem Dauerbetrieb unseres Luftentfeuchters, der Klimaanlage im Zimmer und unserer offenen Tür (gedacht zum Austausch unserer Zimmerluft mit der Flurluft) für eine optimale Luftfeuchte zu sorgen. Anfangs hatten wir oft an die 85% – 87% Luftfeuchte in unserem Zimmer. Ein Grund war, wie wir erst nach zwei drei Tagen feststellten, dass unser vermeintlicher Luftentfeuchter ein Luftbefeuchter war. Dank Marcs Engagement sind wir jetzt bei 55% angekommen. Hoffentlich bekommen wir keine Stromrechnung hinterhergeschickt.
Seit Ankunft hat es nun wirklich (mit Ausnahme des ersten Tages) ausnahmslos geregnet. Als ich hier hergeflogen bin, habe ich mir irgendwie was ganz anderes vorgestellt, als das was wir hier gerade haben. Ich dachte wir fliegen ins Warme. Ich habe deswegen auch nichts an Regenklamotten mitgenommen. In meiner Gedankenwelt kam in keiner Weise irgendwie vor, dass es hier ununterbrochen regnen könnte. Aber das tut es nun ohne Unterlass.
Vor zwei Tagen konnten wir nicht rudern gehen, weil die Strömung zum einen stark zugenommen hatte und viel schlimmer noch allerhand an Bäumen, Ästen und Müll mit sich geführt hat. Dabei wurden auch die Bojenketten, die unsere Rennstrecke abstecken weggespült. Gestern haben wir uns dann wieder rausgetraut und unser vom Bootsmeister frisch repariertes Boot wieder mit einer Schmarre versehen, obwohl wir über ein Stück Holz eher getrieben als gefahren sind. Durch die Abkühlung kam gestern dann noch Nebel dazu, sodass wir zusätzlich vielleicht 200m weiter gucken konnten. 

Vorgestern kam die Nachricht, dass die Spiele selbst ohne einheimisches Publikum stattfinden werden. So wirklich wundern tut mich das nicht. Der Kontrast zur Fußball EM ist dennoch ziemlich krass! Hier leere Tribünen, dort volle Stadien bei einer nahezu 10-fach höheren Inzidenz.
Da passt es nur ins Bild, das wir weiterhin nach knapp 10 Tagen unser Hotel nicht verlassen dürfen, ja nicht einmal auf die Straße vors Hotel gehen dürfen und jeden Tag weiter fleißig einen PCR-Test machen. Einzig der hoteleigene Garten bleibt uns um etwas Auslauf zu kriegen.