19.07.21 … noch 4Tage bis zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio

Jetzt sind mir mittlerweile den zweiten Tag Bewohner eines Dorfes, das wohl eher eine Kleinstadt ist und wohl das einzige Dorf ist, dessen Bewohner alle vier Jahre zusammenkommen und wohl internationaler nicht sein können. 

Am Samstag hatten wir nach gut 14 Tage unser Lager in Kinosaki verlassen. Ähnlich wie wir begrüßt worden sind, wurden wir auch verabschiedet. Herzlich beschreibt es schon ganz gut, trifft aber noch nicht ganz die Intensität der Freude und Intensität der Verabschiedung der Einwohner Kinosakis von uns. Obwohl wir gegen halb 7 unser Hotel verließen, war gefühlt das ganz Dorf auf den Beinen um uns zu winken, Deutschlandfahnen zu schwenken und um uns Glückwünsche zu übermitteln. Wahnsinn! Da hat man sehr gut merken können, wie stolz die Gemeinde Kinsosakis war uns zu beherbergen. Mit Kinosaki ließen wir dann auch endlich den Regen hinter uns. Denn auf einen unserer Pullerpausen, konnten wir sogar einen Blick auf den Fuji erhaschen. Das habe ich als gutes Omen wahrgenommen. Wenn der Fuji zu sehen ist, dann sind die Götter uns wohl wohlgesonnen. 

Der Einzug ins Dorf war dann relativ unspektakulär. Rein in die Apartments. Tasche so viertel/halb auspacken und nur noch ins Bett. Halt. Unser Apartment ist eine 6-Mann Bude (Marc und ich + Doppelvierer). Das trifft es ganz gut. Da die Wohnungen ja nachdem hier alles vorbei ist in richtigen Wohnraum umgewidmet werden, ist die Qualität der Wohnungen eher naja. Rohe Rigipsplatten sind Putz und Tapete zugleich. In unseren Bädern gibt es keine Steckdosen. Der Inbegriff der Funktionalität. Ähnlich wie unsere Betten, welche aus Pappkarton gebaut sind. Ein Glück habe ich von den letzten Malen gelernt und meine eigene Bettwäsche und Spannbettlaken mitgebracht. Fühlt sich so einfach besser an und vielleicht ein weiteres kleines Prozentpünktchen auf dem Weg nach vorne. 

Trotz Corona ist das Flair hier im Dorf einzigartig. Es ist so faszinierend mit so vielen Menschen aus der ganzen Welt zusammenzukommen. Hier gibt’s keine Nationalitäten. Hier gibt es nur ein Wir. Das ist so schön und wunderbar. Ich freue mich unheimlich Teil dieser Geschichte hier zu sein. Alles ist hier ein Erlebnis. Auch die Besuche der Mensa gehören absolut dazu. Es gibt so viele verschiedene Geschmacksrichtungen, ob natürlich japanisch, halal, vegetarisch, Asia oder eben international (Pizza).
Die Regattastrecke konnten wir gestern Nachmittag auch das erste Mal besuchen. Da geht für mich als maritimen Logistiker und Kind vom Meer das Herz auf:) Die Regattastrecke ist ein verschlossenes Hafenbecken kurz vor dem offenen Meer. Ich bin noch nie wirklich auf einem salzhaltigen Gewässer gerudert. Gestern durften wir dann auch unsere Boote wieder aus unserem 40‘ High Cube Container holen. Jedoch war unser Container weit davon entfernt just in Time zu sein. Er kam eher 7 Stunden zu spät. Dadurch konnten wir erst nachmittags rudern und gleich mal mit dem Wind Kontakt aufnehmen der dort weht. Und der ist nicht von schlechten Eltern. Wenn solche Bedingungen zu den Rennen vorherrschen… dann wird’s lustig. Heute früh kam der Wind noch mehr von der Seite, dafür aber weniger stark. Da hatten Marc und ich einen ganz guten Drive. So dürfte es ruhig bleiben.