Bronze bei der Junioren Europameisterschaft in München

Am frühen Sonntagmorgen fuhr ein kleiner Fanbus vom Schaumainkai in Richtung Regattastrecke München-Oberschleißheim. Die jungen Germanen, die es dort anzufeuern gab, waren bereits am Donnerstag angereist.

Jonas Wollrab und Viktor Schönwandt hatten nach einer kurzen Trainingspause im Juli, das Training wieder voll hochgefahren um an diesem Wochenende topfit an der Startlinie der Junioren Europameisterschaft zu liegen. Fast wöchentlich traf sich die Mannschaft aus Frankfurt, Hanau, Ulm, Schwerin, Dresden und Trier mit Bootsklassentrainer Johannes Karg für gemeinsames Training im südlichen Breisach.

Die Jungs waren froh über die harten Trainingsstunden auf dem Wasser und an Land als sie nach Veröffentlichung des Meldeergebnisses sahen, dass in München neun Achter an den Start gehen würden. Ein gleichgroßes Feld wie bei der Junioren WM in Plovdiv zwei Monate zuvor.

Die Trainingswochenenden hatten die junge Mannschaft offenbar gut in Schwung gebracht. Sie schaffte mit Platz zwei im Vorlauf, hinter dem WM-Dritten aus Russland, den direkten Einzug ins A-Finale. Im Finale lag der deutsche U19-Achter um Schönwandt und Wollrab lange auf Rang vier. Auf der zweiten Streckenhälfte gelang es der Mannschaft sich an dem tschechischen Boot vorbeizuschieben, dieses auf Abstand zu halten und sich so den Bronze-Rang zu sichern. Nur dem favorisierten Boot aus Rumänien sowie Russland musste man sich geschlagen geben. Der Stolz der Mannschaft, der angereisten Trainingsgruppenmitglieder und Familien war entsprechend groß. Nun gilt es für ein paar Tage runterzukommen, bevor es in der zweiten Herbstferienwoche bereits in das erste Trainingslager für die Vorbereitung der nächsten Saison geht.

Der Deutsche Ruderverband hatte dieses Jahr eine historisch große Nationalmannschaft nominiert. Aufgrund der vielen Corona bedingten Terminverlegungen und -ausfällen in den letzten zwei Jahren entschied sich der DRV dazu, die Nationalmannschaften für die U19 und U23 Europameisterschaften unabhängig von der jeweiligen Weltmeisterschaft zu nominieren. So konnten sich insgesamt neun Sportlerinnen und Sportlern der Germania für internationale Jahrgangsmeisterschaften qualifizieren.

Wollrab und Schönwandt verpassten ihr Ticket für die U19 WM bei der Kleinbootrangliste um gerade einmal 3/10 Sekunden. Beide haben noch ein weiteres Jahr in der Altersklasse U19 vor sich. Umso erfreulicher ist, dass sie am vergangen Wochenende erste internationale Erfahrungen im Großboot sammeln konnten und mit Edelmetall belohnt wurden.