RUDERN

Henley Royal Regatta

Die Henley Royal Regatta ist eine traditionsreiche Ruder-Veranstaltung, die jedes Jahr in England auf der Themse nahe der Insel Temple Island bei Henley-on-Thames stattfindet. Die Länge der Ruderrennen beträgt jeweils eine Meile und 550 yards (2,112 km). Wegen der geringen Breite der Regattastrecke können jeweils nur zwei Boote gegeneinander antreten. Das prestigeträchtigste Rennen ist der Grand Challenge Cup für die Achter der Männer.

Da die königliche Regatta von Henley älter ist als alle nationalen oder internationalen Ruderverbände, besitzt sie ein eigenes Reglement, das aber von der Amateur Rowing Association (Ruderverband von England und Wales) und der FISA (Weltverband) anerkannt wird. Die Regatta wird von den sogenannten Stewards organisiert, die in den meisten Fällen ehemalige Ruderer sind.

Die FRG Germania und die Henley Royal Regatta

Achilles Wild, 1854-1917, deutscher Ruderer.

1880 nahm die Frankfurter Germania als erster Verein aus Kontinentaleuropa an der Henley Royal Regatta teil. Im Grand Challenge Cup verlor der Germania-Achter mit einer Länge gegen den London Rowing Club, schlug aber den Kingston Rowing Club – damals gab es in Henley drei Bahnen.

Achilles Wild, sechsfacher Deutscher Meister im Einer, war 1880 Teil des Germania-Achters. 1881 nahm er an der Diamond Challenge Sculls teil – leider mit entschieden gemischtem Schicksal. Wild zeigte sich unbeeindruckt von der Erfahrung des sogenannten „britischen Fairplay-Gefühls“. So stand es in der damaligen Germania-Chronik:

"Zunächst müssen wir erklären, dass der Ruderkurs in Henley der widrigste Kurs ist, den man sich vorstellen kann, mit durchschnittlich 14 der 18 täglichen Rennen, die auf der Station Nr. 1 gewonnen werden und selbst die außergewöhnlichsten Crews verlieren oft auf der Station Nr. 3. Entscheidend für den Erfolg scheint zweifelsohne die Zuteilung der besten Station (Nr. 1) zu sein und sollten wir jemals wieder in der Lage sein, eine Crew nach England zu schicken, dann werden wir Henley meiden, auch wenn es die wichtigste Regatta ist."

Während Achilles Wild das Feld anführte, wurde das Rennen nach einer Kollision seiner beiden Kontrahenten abgebrochen. Wild stimmte zu, dass der für die Kollision verantwortliche Täter an der erneuten Reihe teilnehmen durfte. Der Übeltäter – ein Engländer – erhielt die gute Station, Wild die schlechte Station und verlor prompt.

Die Abneigung der Frankfurt Germania gegen die Henley Royal Regatta hielt tatsächlich eine ganze Weile an.

Weiterführende Links zu verwandten Artikeln in "Hear The Boat Sing":

Celebration Row-Past at HRR – Part I

Celebration Row-Past at HRR – Part II


Ambassador Nigel Longley

Achilles Wild, 1854-1917, deutscher Ruderer.

Das Verhältnis der FRG Germania zu den Stewards ist inzwischen sehr gut. Hier geht ganz besonderer Dank an Nigel Longley, der mit seiner Begeisterung für Henley und seinem inzwischen großen Netzwerk wesentlich dazu beiträgt, dass für Besucher und Athleten die Regatta regelmäßig zu einem großen Erlebnis wird.

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