Endlich war es wieder so weit: 20 Ruderinnen und Ruderer der Frankfurter Rudergesellschaft Germania waren vom 3. bis 7. Juni 2026 auf Wanderfahrt in Berlin, die etwa alle 5 Jahre stattfindet. Perfekt organisiert wurde die Wanderfahrt von Bertram Hock, für den dies seit [1993] bereits die [siebte] Wanderfahrt nach Berlin war!
Untergebracht waren wir im Ruderklub am Wannsee (RaW), der in einem altehrwürdigen Haus mit weitläufigen Clubräumen und Blick auf den Wannsee residiert. Nach Beschlagnahme der einfachen Übernachtungsmöglichkeiten im Obergeschoss gab es abends zur Begrüßung auf der Terrasse erstmal Berliner Currywurst und Pommes sowie einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Am Donnerstag ging es dann nach einer morgendlichen Schwimmrunde im Wannsee und einem reichlichen Frühstück in der Veranda des RaW in vier Gigbooten los: An der vereinseigenen Insel Kälberwerder vorbei bis nach Potsdam, wo wir auf der Freundschaftsinsel, gegenüber des Museums Baberini, festgemacht haben, um die Stadt zu erkunden. Danach ging es weiter zur Meierei Potsdam und anschließend auf den Rückweg, vorbei am Schloss Babelsberg, den herrschaftlichen Privatanwesen entlang des Griebnitzsees und des kleinen Wannsees zum Abendessen im RaW. Was für ein fantastisches Ruderrevier!
Aber das nächste Highlight stand bereits am Freitag mit der Tour rund um den Müggelsee im Osten Berlins an. Startpunkt war die RG Rotation Berlin, einer von zahllosen Rudervereinen an der Dahme, 1949 in der damaligen DDR gegründet. Die Boote waren in top Zustand und insbesondere das alte Holzklinkerboot mit „Königs“-Steuermannstuhl war ein echter Hingucker. Die Tour ging über die olympische Ruderstrecke, wo die US Boys im Jahr 1936 die Goldmedaille im Achter erkämpft haben, vorbei an Köpenick und über die Müggel-Spree auf den Müggelsee. Das Mittagessen im Biergarten direkt am Wasser hatten wir uns dann wirklich verdient. Die Rückfahrt über den Gosener Kanal, vorbei an den typischen Datschen und über den kaum besiedelten Seddinsee bis zur Dahme verging dann wie im Flug.

Die dritte Tour, die wir am Samstag unternommen haben, führte uns zum Ruder-Club Tegel 1886, wo ein wunderschönes Kirchboot mit vierzehn Plätzen auf uns wartete – Gallere pur. Die Tour führte uns über den Tegeler See bis nach Spandau, wo wir einen kurzen Stop an der Zitadelle einlegten, bevor es dann über die Havel nach Norden bis zu unserem Ziel, der RV Saffonia ging. Dort hießen uns drei Tanten von Ulf ganz herzlich willkommen: Doris, „Zicke“ und „Schnatter“ hatten ein unvergleichliches Kuchenbuffet gezaubert und so verbrachten wir den sonnigen Sommernachmittag mit Kaffee und Kuchen, Bad in der Havel und guten Gesprächen. Und weil das Kirchbootrudern so anstrengend war, gab es dann zurück im RCT noch ein wohlverdientes Abendessen.
Am Sonntag, unserem Abreisetag, musste die Tour wind- und wetterbedingt angepasst werden und führte über den kleinen Wannsee und den Griebnitzsee bis zum Babelsberger Schloss und zurück zum Teltow-Kanal, wo wir am Restaurant Söhnel zu einem abschließenden Mittagessen angelegt haben.
Die Zeit auf dem Wasser in Berlin ist wie im Flug vergangen und es war eine spannende und abwechslungsreiche Tour mit einer wirklich supernetten Truppe! Berlin, ick liebe dir!
Written by Markus Schrader